Corbusier LC2 Sessel, Corbusier LC2 Sofa, Saarinen Tisch, Eames Lounge Chair,
Mies Barcelona Chair und andere Bauhaus Möbel: ein kurzer Geschichtsauszug
Le Corbusier LC2 Sessel
Le Corbusier hat neben Mies van der Rohe die wichtigsten Möbelklassiker
des 20. Jahrhunderts entworfen. Als Architekt wie auch als Möbeldesigner
sind seine Werke funktionalistisch, puristisch und modern. In den 20er Jahren
unterhielt er Beziehungen zum Bauhaus, nahm an deren Ausstellungen erfolgreich
teil und stand in regem Austausch mit Architekten wie Walter Gropius und Bruno
Taut.
Seinen Durchbruch als Möbeldesigner erreichte er in den Jahren 1928-1929.
Höhepunkt dieser sehr erfolgreichen Phase war die Teilnahme am „Salon
d'automne“ 1929 in Paris.
Hier präsentierte er den Le
Corbusier LC2 Sessel und die Liege LC4 (Chaiselongue) sowie den
LC1 Sessel (Basculant), zusammen mit verschiedenen Tischen (LC6 Dining Table).
Diese Stücke zählen heute zu den absoluten Möbelklassikern.
Der LC2-Sessel, auch Grand Confort genannt, den Le Corbusier in Zusammenarbeit
mit seinen Mitarbeitern Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret entwarf, erinnert
auf den ersten Blick an einen Kubus mit Außengerüst. Das zur Anfangszeit
noch lackierte Stahlgestell ist mit 5 geradlinigen Kissen ausgekleidet, die
einen formstabilen, minimalistischen Eindruck hinterlassen. Ein mit Daunenfedern
gefülltes Sitzkissen lockert die Strenge gleichzeitig auf und verleiht
dem puristischen LC2 Sessel angenehmen Komfort. Heutzutage wird das Stahlrohrgestell
des LC2 in der Regel nur verchromt und nicht mehr lackiert. Charakteristisch
für den LC2 Sessel sind auch die geschwungenen Rohrbögen des Stahlgerüstes:
die Stahlrohrrundungen der Vorderseite des Grand Confort stellen noch heute
eine technische Herausforderung dar.
LC2 Le Corbusier Sofa
Le Corbusier hat neben Mies van der Rohe die wichtigsten Möbelklassiker
des 20. Jahrhunderts entworfen. Als Architekt wie auch als Möbeldesigner
sind seine Werke funktionalistisch, puristisch und modern. In den 20er Jahren
unterhielt er Beziehungen zum Bauhaus, nahm an deren Ausstellungen erfolgreich
teil und stand in regem Austausch mit Architekten wie Walter Gropius und Bruno
Taut.
Seinen Durchbruch als Möbeldesigner erreichte er in den Jahren 1928-1929.
Höhepunkt dieser sehr erfolgreichen Phase war die Teilnahme am „Salon
d'automne“ 1929 in Paris.
Hier präsentierte er folgende Modelle, die heute zu den absoluten Möbelklassikern
zählen:
LC1 Sessel (Fauteuil à dossier basculant)
LC2 Linie: Sessel LC2 Grand Confort, petit modèle, Zweisitzer LC2 Grand
Confort, petit modèle, Dreisitzer LC2 Grand Confort, petit modèle
LC3 Linie: Sessel LC3 Grand Confort, grand modèle, Zweisitzer LC3 Grand
Confort, grand modèle, Dreisitzer Grand Confort LC3, grand modèle
Liege LC4 (Chaise longue à réglage continu)
LC6 Eßtisch (Table tube d’avion, section ovide)
LC7 Drehstuhl (Siège tournant, fauteuil)
LC8 Drehhocker (Siège tournant, tabouret).
Der LC2 Dreisitzer, auch Grand Confort genannt, den Le Corbusier in Zusammenarbeit
mit seinen Mitarbeitern Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret entwarf, erinnert
auf den ersten Blick an einen langgezogenen Kubus mit Außengerüst.
Das zur Anfangszeit noch lackierte Stahlgestell ist mit 9 geradlinigen Kissen
ausgekleidet, die einen formstabilen, minimalistischen Eindruck hinterlassen.
Ein mit Daunenfedern gefülltes Sitzkissen lockert die Strenge gleichzeitig
auf und verleiht dem puristischen LC2 Dreisitzer angenehmen Komfort. Heutzutage
wird das Stahlrohrgestell des LC2 in der Regel nur verchromt und nicht mehr
lackiert. Charakteristisch für den LC2 Dreisitzer sind auch die geschwungenen
Rohrbögen des Stahlgerüstes: die Stahlrohrrundungen der Vorderseite
des Grand Confort stellen noch heute eine technische Herausforderung dar.
Eames Lounge Chair
Eines der berühmtesten Produkte des Designerpaars Ray und Charles Eames
ist der Lounge Chair mit Ottoman. Das Ehepaar, das in den 40er Jahren US-Navy
Krankentragen und Beinschienen aus geformtem Schichtholz entwarf, experimentierte
während bereits dieser Zeit mit Verformungstechniken für Schichtholz und Fiberglas.
In ihrer Wohnung führen sie mit einer Presse, der sog.
"Kazam! Machine", Versuche durch, eine effektive und preiswerte Methode für
die dreidimensionale Verformung von Sperrholz zu finden. 1940 nahmen sie an
dem vom Museum of Modern Art in New York ausgeschriebenen Wettbewerb "Organic
Design in Home Furnishings" teil. Ihr Hauptentwurf, ein Armlehnstuhl mit einer
durchgehenden, dreidimensional geformten Sperrholzschale für Sitz und Rücken,
wird im Wettbewerb prämiert. Er erweist sich allerdings als ungeeignet für
die Massenproduktion.
1946 zeigte das Museum of Modern Art die Ausstellung «New Furniture Designed
by Charles Eames» mit Prototypen von Sperrholz-Möbeln, die das Eames Office
bis dahin entworfen hatte. Diese Ausstellung zeigte unter anderem Möbelstücke
aus verchromten Metallgestell, Sitz und Rückenlehne aus Eschenholz, gebogenes
Schichtholzes mit geschweißten Gummiverbindungen, die zu dieser Zeit aufgrund
der technischen Neuerungen und außergewöhnlichen Designs als Sensation galten.
Darunter befand sich auch der "Lounge Chair Metall (LCM)" sowie der "Lounge
Chair Wood (LCW)", der aus mehreren geformten Holzelementen zusammengesetzt
ist. Der "LCW" basierte auf einem Entwurf von 1940, seine Weiterentwicklung
mit Armlehnen wurde zum Prototyp des berühmten und aufwendigen Lounge Chair
"Nr. 670" mit dem Hocker "Nr. 671". 1956 ging der Lounge Chair schließlich
in Produktion. Das erste produzierte Exemplare erhielt der Regisseur Billy
Wilder. Der Lounge Chair sollte dem langjährigen Freund von Charles Eames
als komfortables Liegesofa für ein Mittagsschläfchen dienen.
Der Barcelona Sessel
Neben dem LC2 Sessel Grand Confort von Le Corbusier ist der Barcelona Sessel
von Mies van der Rohe eines der wichtigsten Möbelstücke unter den
Modernen Klassikern.
Mies wurde 1928 gebeten, den deutschen Pavillon für die spanische Weltausstellung
im Folgejahr samt Einrichtungsinventar zu entwerfen. Der Pavillon sollte Schauplatz
der Eröffnungszeremonie werden, abgehalten vom spanischen Königspaar.
Er schuf als königliches Gestühl zwei schlichte Barcelona Sessel;
die formgleichen Barcelona Hocker sollten den Eröffnungsgästen als
Sitzgelegenheit dienen. Nach Aussage von Mies hatte das Paar jedoch nicht
einmal Zeit, kurz Platz zu nehmen.
Der Barcelona-Sessel ist ein Meisterwerk Mies’ und entspricht ganz und
gar seinem einzigartigen und ausdrucksstarken Designkonzept: die einfache,
klare Linienführung des X-Gestells ist verbunden mit einer formstarken,
rechtwinkligen Lederauflage, aufgesetzt auf stabile Lederbänder.
Mies legte hohen Wert auf die Exklusivität seiner Möbelstücke:
in kostenaufwändiger Handarbeit hergestellt, waren sie für bestimmte
Plätze innerhalb der von ihm konzipierten Wohnräume entworfen, von
welchen sie nicht verschoben werden sollten.
Auch im Falle des Barcelona Sessels sprach sich Mies van der Rohe ausdrücklich
gegen eine Serienproduktion aus; deshalb wurden die ersten Exemplare dieser
Sessel mit großem technischen Aufwand und enormen Kosten als Einzelstücke
hergestellt.
Steeldomus News:
Ein Artikel von Dr. Alfredo Piacentini (Architekt und Wissenschaftler
an der I.U.A.V - Istituto Universitario di Architettura Venezia)
Der LC2 Sessel von Le Corbusier: die technischen Probleme bei der Verchromung
und bei der Formung des Gestells
Das vielleicht berühmteste Möbelstück der modernen Zeitgeschichte
- der LC2 Sessel von Le Corbusier – ist zugleich das innovativste und
repräsentativste Stück der Kreationen des Schweizer Architekten.
Der LC2 Sessel ist ein äußerst gegensätzliches Kunstwerk des
Genies Le Corbusier, denn es weist einerseits einen starken Einfluss des Bauhaus
auf, negiert aber gleichzeitig die Prinzipien der Weimarer Schule.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig daran zu erinnern, dass die Weimarer
Schule bis zur Umbenennung durch Walter Gropius zunächst unter dem Namen
der “Deutsche Werkbund” geführt wurde. Gegründet wurde
sie unter anderem mit dem Ziel alltägliche Gebrauchsgegenstände
in hohen Stückzahlen zu produzieren.
Ohne diesen Zeitpunkt namentlich zu bezeichnen, begann die Epoche des Industrial
Design. Aus dieser Forschungsarbeit gingen Objekte hervor, die zum ersten
Mal zum Zweck der Massenproduktion kreiert wurden. Ein Beispiel sind die aus
Stahlrohren zusammengesetzten Möbel wie die Freischwinger von Mart Stam
und Mies van der Rohe.
Mit dem LC2 Sessel ist es Le Corbusier gelungen einen außergewöhnlichen
Sessel zu kreieren, der aber industriell gesehen in großen Mengen kaum
produzierbar ist. Die Kurven des LC2 Sessels sind so eng gestaltet, dass sie
durch ein einfaches Biegen des Stahlrohrs nicht realisiert werden können.
Jede Kurve besteht aus mehreren Teilstücken, die jeweils gesondert gebogen
werden müssen bevor sie mit den anderen Rohren verschweißt werden
können. Anschließend müssen die Kurvenzwischenräume mit
einer speziellen Stahlcreme ausgefüllt und vor der Verchromung akkurat
poliert werden. Diese aufwendigen manuellen Arbeitsschritte sind der Grund
für den hohen Preis des LC2 Sessels.
Le Corbusier schien sich für die Probleme der Massenproduktion nicht
zu interessieren. Mit dem LC2 Sessel, dem LC3 Sessel und als auch dem Basculant
wollte sich Le Corbusier formal und vielleicht auch philosophisch der Frage
der „technischen Reproduktion“ (siehe Walter Benjamin) annähern,
ohne sich jedoch minimal um die technische Umsetzung zu kümmern. Trotzdem
oder vielleicht gerade deshalb ist der LC2 Sessel zum Symbol des Modernen
Designs geworden.